Atemübungen für den Alltag

19.04.2018, 14:00 von Regina Potocnik

Die Atmung ist der vitalste Ausdruck von Energie und Ruhe. Niemand kann länger als ein paar Minuten leben, ohne zu atmen. Doch viele Menschen sind sich der Bedeutung der Atmung nicht bewusst. Die Atmung beeinflusst unser Denken und Fühlen, die Stimmungen, Handlungen und das gesamte Wohlbefinden. Sie beeinflusst das Nerven-, Hormon- und Immunsystem, den Blutkreislauf und die Tätigkeit eines jeden Organs.

Eine ruhige und gleichmäßige Atmung beruhigt das gesamte Zentralnervensystem, wirkt auf die Hormone, Gehirnwellen werden kohärenter. Den Atem zu beobachten, lässt uns demnach ruhiger werden und kann in die meditative Entspannung und Gedankenstille führen.

Das menschliche Nervensystem unterteilt sich in das willkürliche und das unwillkürliche Nervensystem. Das willkürliche kontrolliert Handlungen, die ein bewusstes Denken voraussetzen, zB das Heben eines Armes; das unwillkürliche kontrolliert alle Aktivitäten, die dem bewussten Willen entzogen sind, zB die Atmung.

Das unwillkürliche, vegetative oder auch autonome Nervensystem gliedert sich in sympathischen oder parasympathischen Teil: SYMPATHISCHER Teil reguliert „Kampf oder Flucht“ - Reaktion, PARASYMPATISCHER Teil reguliert die übrigen Funktionen, wie Wachstum, Verdauung, entspanntes Atmen, etc.

Wir können bewusst unserem Atem beim Einatmen und beim Ausatmen bestimmte Qualitäten geben, wie z.B. Freude, Liebe und Gesundheit beim Einatmen und die Vorstellung, alles Belastende loszulassen, beim Ausatmen. Damit wirken wir sozusagen „von außen“ auf unser Nervensystem ein.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Methoden, die die Sauerstoffzufuhr in unserem Körper verstärken, die den Kreislauf anregen, uns aktivieren, daher aber auch aufregen können.

Atemübungen für den Alltag

Es gibt es in der westlichen Therapie zahlreiche Angebote von Atemübungen; von Physiotherapie, Bio-Feedback bis hin zu einer auf der Psychologie Carl Gustav Jungs basierende Atemtherapie, die über eine leib-seelische Entwicklung einen Weg von „innen nach außen“ anbietet, damit „der Mensch das werde, was er sein soll“.

Es gibt Atemübungen für Asthmatiker/innen, Taucher/innen, Sänger/innen, Sprecher/innen, Schwangere, Kinder und vieles mehr.

Hier möchte ich Euch Übungen vorstellen, die von jedem praktiziert werden können, ohne dass man vorher viel Vorwissen oder Yogaunterricht benötigen würde, bei dem ja die Atmung auch einen wesentlichen Teil der Praxis einnimmt.

Die Bauchatmung

Durch den Kontakt Bauch-Hände fällt es leichter, tief in den Bauch zu atmen und die schnelle, flache Brustatmung auszubremsen. Diese Atemübung wird daher auch Kontaktatmung genannt.

ð  Hände auf den Bauch legen

ð  Darauf konzentrieren, dass sich bei Einatmen die Hände (also der Bauch) heben und beim Ausatmen wieder senken

ð  Mindestens 2 Minuten ohne Unterbrechung üben

Atmung verlangsamen – Basisübung

Durch das Verlangsamen der Atmung verlangsamt sich auch der Puls und man wird ruhiger, das Gemüt ausgeglichener und der Geist kann wieder zentrierter an ein Problem herangehen oder seine anstehende Aufgabe bewerkstelligen.

ð  Durch die Nase einatmen und dabei bis 4 zählen

ð  Langsam durch die Nase ausatmen und dabei bis 6 oder 8 zählen

ð  Jeweils die Atempausen spüren

ð  Die Übung sollte solange trainiert werden, bis diese Atemtechnik zumindest 1 Minute lang angenehm ausgeführt werden kann.

Übungsbeispiel nach Thich Nhat Hanh

Thich Nhat Hanh war ein buddhistischer Mönch und Lehrer, der viele Jahre in Frankreich lebte. Er entwickelte viele Achtsamkeitsübungen – unter anderem auch in Kombination mit der Atmung, die dazu dienen, den Geist zu beruhigen.

Im Buddhismus wird der Geist mit einem wilden Affen verglichen, der von Gedanke zu Gedanke springt. Da jede geistige Aktivität auch automatisch mit entsprechenden Emotionen und Körperreaktionen verbunden ist, schafft ein ruhiger und klarer Geist auch emotionalen Frieden und Entspannung.

Diese Übung soll zu geistiger Entspannung und einem rundweg positiv ausgerichteten Selbstwertgefühl beitragen.

1. Einatmend weiß ich, dass ich einatme.

2. Ausatmend weiß ich, dass ich ausatme.

3. Einatmend lächle ich mir zu.

4. Ausatmend beruhigen sich Körper und Geist.

5. Einatmend werde ich mir dieses Moments bewusst.

6. Ausatmend weiß ich, dass dies ein guter Moment ist.

Suche Dir eine dieser Übungen aus und wiederhole sie für ein paar Wochen; du wirst sehen, wie die Aufmerksamkeit für das eigene Befinden wächst, sich mehr Achtsamkeit und Ruhe einstellt, und du hast somit eine kleine Notfallsapotheke für die Seele immer dabei, wenn es wieder einmal stressig im Alltag zugehen sollte.

Mit lieben Grüßen,

Regina

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Dr. Regina Potocnik
Go Rosa e.U.
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